Chronik des BOS

Tradition trifft neue Impulse


- 1924 -


Von Tuten und Blasen haben sie wahrlich keine Ahnung - die 11 jungen Männer, die 1924 im Staudernheimer Gasthaus Eckstein beschließen, eine Musikkapelle zu gründen. Niemand kennt Noten, keiner besitzt Kenntnisse im Bedienen eines Blasinstruments und im übrigen auch kein Geld, um ein solches zu erwerben. Doch mit großem Pioniergeist, mit eisernem Willen zum Lernen, zum Üben - und auch Sparen - gelingt das Vorhaben.

Die ersten Instrumente kommen mit der Bahn aus Markneukirchen (Vogtland) und werden unter dem Jubel der Bevölkerung mit einem Pferdefuhrwerk vom Bahnhof ins Dorf gebracht. Erster Musiklehrer und Kapellmeister ist der Polizeibeamte Peter Fett, der später von Fritz Pfeffer abgelöst wird. Mit Herrn Pfeffer, der die Kapelle über 20 Jahre betreut, haben die Musiker ihre ersten Auftritte. In den Wirren des Zweiten Weltkriegs und des Nationalsozialismus kommt der Musikbetrieb fast gänzlich zum Erliegen.



- 1947 -

Erst 1947 ist mit jüngeren Kräften die Aufnahme der musikalischen Tätigkeit wieder möglich. Gründungsmitglied Willi Welsch übernimmt den Dirigentenstab und verhilft der Staudernheimer Blasmusik zu großem Aufschwung.



- 1950 bis 1969 -


Nach vorübergehenden Proben in einem ehemaligen Kuhstall bieten Martha und Eduard Schappert im Gasthaus "Zur Linde" den Musikern ein neues Zuhause. Der alte Saal des Vereinslokals wird zu einer Lehrwerkstatt der Blasmusik. Die Jugend interessiert sich zunehmend für dieses Hobby und verstärkt das Orchester, so dass im Jahre 1964 beim 40. Gründungsfest ein stattlicher Klangkörper von 33 Mann zum Jubiläumskonzert aufspielt.

Rührigster Ausbilder und Organisator in den 60er Jahren ist Edmund Schmitt. Er wird 1966 nach Eintragung im Vereinsregister und Beitritt zum Deutschen Volksmusikerbund zum 1. Vorsitzenden gewählt. 1969 übernimmt er die musikalische Leitung des Orchesters. Mit ihm gelingt die Wandlung von der ehemaligen Dorfkapelle zu einem allseits anerkannten Konzertorchester mit anspruchsvollem und modernem Repertoire. Unter Mitwirkung befreundeter Nachbar-Orchester wird auf einem vereinseigenen Grundstück im Staudernheimer Jungenwald alljährlich im Sommer das Waldfest veranstaltet.



- 1970 bis 1979 -


1. bis 3.6.1974 (Pfingsten) wird in Verbindung mit dem 9. Kreismusikfest das 50-jährige Vereinsjubiläum gefeiert. Zur krönenden Schlussveranstaltung spielt die Donauschwäb´sche Blasmusik Josef Augustin in vollbesetztem Zelt. Anlässlich des Jubliäums wird auch die erste Uniform (grüne Weste, schwarze Hose bzw. Rock) angeschafft. Frauen erhalten erstmals als aktive Musikerinnen Zugang zum Orchester. Mit dem Marsch "Happy Holiday" verewigt man sich 1975 auf der Schallplatte "Klingende Verbandsgemeinde Sobernheim". 1977 ist die Teilnahme beim Städtequiz des Südwestfunks eine besondere Herausforderung. Außerdem wirkt das Blasorchester acht Jahre beim Rosenmontagsumzug in Mainz mit.



- 1980 bis 1989 -


Zu Jahresbeginn 1981 wird Karl Dunkel als Orchesterchef verpflichtet. Mit ihm tritt eine Fortentwicklung in vorher ungeahntem Ausmaß ein. In den Konzerten wird regelmäßig Oberstufen-Literatur aufgeführt. Erstmals in der Vereinsgeschichte bewältigen die Musiker mit Mussorgskij's "Bilder einer Ausstellung" auch die Kategorie "Höchststufe". 1982 erhält das Blasorchester eine eigene halbe Stunde in der Südwestfunk-Sendung "Platzkonzert". Seit 1982 ist satzungsgemäß auch die Aufnahme von passiven Mitgliedern ermöglicht. Neben regelmäßigen Jahreskonzerten und Kirchenkonzerten wird 1986 mit den Bunten Abenden eine neue Veranstaltungsreihe begonnen. 1989 sorgt die erste Musikkassette "Rund um den Disibodenberg" für verstärkte Außenwirkung.



- 1990 bis 1999 -


Mit Karl Steebs Marsch "Gruß aus Staudernheim" werden SWR-Hörer mitunter am Sonntagmorgen bei der Sendung "Heimatmusikanten" geweckt. Das Blasorchester Staudernheim ist dort seit 1992 mit 3 eingespielten Titeln beteiligt. Die alte Tradition des Turmblasens von der evangelischen Kirche wird an den Adventssonntagen 1995 wieder aufgenommen. Im Herbst 1996 geht Karl Dunkel nach 15-jähriger erfolgreicher Orchesterleitung in den Ruhestand. Nachfolger wird Richard Lunkenheimer aus Bingen-Dromersheim, der das Orchester 1999 in die Feierlichkeiten zum 75. Vereinsjubiläum führt.



- 2000 bis 2008 -


Im Jahr 2000 steht wiederum ein Dirigentenwechsel bevor. Richard Lunkenheimer, der sich aus familiären Gründen zurückziehen muss, wird von Peter Gälweiler abgelöst. Mit diesem jungen musikalischen Leiter an der Spitze einer ebenso jungen Musikertruppe startet das Orchester in eine neue Zukunft. Verheißungsvolle und viel bejubelte Konzerte unter Peter Gälweilers Leitung in der evangelischen Kirche Staudernheims oder im Bad Sobernheimer Kaisersaal geben Gewähr dafür, das die alte Musikertradition am Fuße des Disibodenbergs auch im neuen Jahrtausend gehegt und gepflegt wird.



- 2008 bis heute -



Im Jahr 2008 beginnt, unter der bewährten Leitung unseres Dirigenten Peter Gälweiler, eine neue Ära beim Blasorchester Staudernheim. Statt – wie bisher – allein unserem Dirigenten die Auswahl des erforderlichen Notenmaterials zu überlassen und ihn so mit einer fast unüberblickbaren Flut von Notenmaterial allein zu lassen, wurde aus der Mitte des Orchesters ein „Notenausschuss“ gewählt. Dieser stellt nun zusammen mit dem Dirigenten die Konzertprogramme zusammen, welche nun auch immer unter einem Motto innerhalb unserer neu gegründeten Konzertreihe "BOS goes..." stehen. So beginnen wir im Dezember 2008 mit unserem ersten Konzert dieser Reihe unter dem Titel "BOS goes Cinema" in der ev. Kirche in Staudernheim. Nach zuletzt immer stärker sinkenden Zuhörer-Zahlen konnten wir mit diesem Konzept erstmals seit langer Zeit wieder vor einem bis auf den letzten Platz gefüllten Haus spielen. Passend zum Motto wird sogar ein Konzert im größten Kinosaals des "Cineplex"-Filmtheaters in Bad Kreuznach organisiert.
An dem Konzept zur Ausrichtung als Konzert- und Event-Orchester und den organisatorischen Neuerungen wird festgehalten . Mit jeweils mindestens einjährigem Vorlauf stellen wir fortan so unterschiedliche Konzerte wie "BOS goes Musical", "BOS goes Television", "BOS goes Classic" oder "BOS goes Summertime – More than Jazz" zusammen. Unsere „BOS goes …“ – Reihe entwickelt sich damit mehr und mehr zur Marke unseres Orchesters. Im Zuge der Neuausrichtung werden auch die traditionellen Trachten-Uniformen gegen eine ebenso kostengünstige wie edle Kombination schwarzer Kleidung mit einem orangen Accessoire ausgetauscht, um unseren Neustart auch optisch deutlich zu machen.



Am 19.11.2012 waren wir mit einer 4-köpfigen Delegation in das
Casino der Volksbank Kaiserslautern-Nordwestpfalz eingeladen, um dort als Vertreter des ganzen BOS eine ganz wunderbare Auszeichnung entgegennehmen zu dürfen:

Für unsere erfolgreiche Arbeit in den vergangenen Jahren, für unsere mutigen Ideen, die klare Ausrichtung auf SOUND-POWER und unser damit einhergehendes gesellschaftliches Engagement für unsere Region hat uns die Volksbank mit einem "Stern der Nord- und Westpfalz" ausgezeichnet und wir sagen der Volksbank Kaiserslautern-Nordwestpfalz herzlich DANKE dafür! Im Bereich Vereinsmanagement hatten wir unsere Bewerbung eingereicht und damit erfolgreich an diesem Wettbewerb, der sich in diesem Jahr speziell an alle Vereine mit dem Schwerpunkt "Musik" richtete, teilgenommen. Eine Jury aus 4 Vertretern von Presse, Radio und der Volksbank Kaiserslautern bewertete die eingereichten Bewerbungen und prämierte unsere Bewerbung mit dieser begehrten Auszeichnung.